In jedem Unternehmen – ob groß oder klein – steht die Sicherheit der Mitarbeitenden an erster Stelle. Doch während viele Betriebe auf Brandschutz, Arbeitsschutzkleidung oder Sicherheitsbeleuchtung achten, wird ein zentraler Aspekt oft unterschätzt: gut geschulte Ersthelfer.
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe ist keine bloße Formalität, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer sicheren, verantwortungsvollen und gesetzeskonformen Arbeitsumgebung.
Dieser Artikel beleuchtet, warum regelmäßige Erste-Hilfe-Schulungen unverzichtbar sind, welche Vorteile sie bringen, wie sie organisiert werden sollten und welche gesetzlichen Anforderungen gelten.

Warum betriebliche Erste Hilfe so wichtig ist
Schnelles Handeln rettet Leben
Ein plötzlicher Kreislaufstillstand, ein Sturz von der Leiter oder eine allergische Reaktion – medizinische Notfälle können jederzeit auftreten.
Gut ausgebildete Ersthelfer wissen genau, was zu tun ist, bis professionelle Hilfe eintrifft. Sekunden entscheiden über Leben und Tod, und wer über die richtigen Kenntnisse verfügt, kann Leben retten.
Laut Deutschem Roten Kreuz könnten jährlich hunderte Leben gerettet werden, wenn mehr Menschen im Umgang mit Notfällen geschult wären.
Gesetzliche Verpflichtungen für Unternehmen
Was schreibt die DGUV vor?
Nach § 26 der DGUV Vorschrift 1 ist jedes Unternehmen verpflichtet, eine ausreichende Anzahl an Ersthelfern auszubilden. Die Faustregel lautet:
-
Bis 20 Mitarbeitende: Mindestens ein Ersthelfer
-
Ab 20 Mitarbeitenden: Mindestens 5 % der Beschäftigten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben
-
In sonstigen Betrieben: Mindestens 10 % der Beschäftigten
Diese Ersthelfer müssen in regelmäßigen Abständen – in der Regel alle zwei Jahre – ihr Wissen in einem Auffrischungs-Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe erneuern.
Der betriebliche Nutzen: Sicherheit, Vertrauen und Effizienz
1. Verbesserte Sicherheit und Risikomanagement
Ein geschulter Ersthelfer kann bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes effektive Maßnahmen einleiten. Dies senkt die Schwere von Verletzungen, minimiert Ausfallzeiten und verringert langfristig die Betriebsausgaben durch Krankheitsausfälle.
2. Vertrauen und Teamgeist stärken
Mitarbeitende, die wissen, dass sie im Ernstfall auf kompetente Kollegen zählen können, fühlen sich sicherer.
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe vermittelt nicht nur Wissen, sondern fördert auch Teamwork, Verantwortungsbewusstsein und eine Kultur des Füreinandereinstehens.
3. Gesetzliche Sicherheit für Arbeitgeber
Wer regelmäßig Schulungen durchführt und dokumentiert, erfüllt die rechtlichen Vorgaben der DGUV und minimiert Haftungsrisiken.
Bei einer Betriebsprüfung oder einem Arbeitsunfall zählt diese Dokumentation als Nachweis für die Erfüllung der Arbeitgeberpflichten.
Inhalte eines professionellen Erste-Hilfe-Kurses für Betriebe
Ein hochwertiger Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe deckt weit mehr ab als das bloße Anlegen von Verbänden. Die Teilnehmenden lernen praxisnah:
-
Erkennen und Einschätzen von Notfallsituationen
-
Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)
-
Umgang mit Blutungen, Brüchen und Verbrennungen
-
Verhalten bei Bewusstlosigkeit und Schockzuständen
-
Nutzung eines Defibrillators (AED)
-
Versorgung bei Verätzungen, Stromunfällen oder allergischen Reaktionen
-
Organisation der Notfallkette im Betrieb
Ziel ist, dass jede Person nach dem Kurs in der Lage ist, schnell, ruhig und korrekt zu reagieren, bis der Rettungsdienst übernimmt.
Wie Unternehmen den passenden Kursanbieter wählen
1. Zertifizierte Anbieter bevorzugen
Nur Anbieter, die von den Berufsgenossenschaften anerkannt sind, dürfen Kurse für Betriebe durchführen. Unternehmen sollten auf Zertifikate, Erfahrung und pädagogische Kompetenz der Trainer achten.
Bekannte Anbieter sind beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Malteser oder die Johanniter-Unfall-Hilfe. Aber auch viele private Anbieter wie die Erste-Hilfe-Schule Schwaben bieten BG-anerkannte Kurse an.
2. Kursinhalte an die Branche anpassen
Ein Industriebetrieb hat andere Risiken als ein Büro oder ein Gastronomiebetrieb. Gute Schulungsanbieter passen Inhalte an die typischen Gefahrenquellen der jeweiligen Branche an.
Für Unternehmen in der Fertigung stehen etwa Schnitt-, Quetsch- oder Verbrennungsverletzungen im Vordergrund, während im Bürobereich Kreislaufprobleme oder Stürze häufiger vorkommen.
3. Schulungen im Betrieb selbst durchführen
Viele Anbieter bieten In-House-Kurse an, bei denen der Trainer direkt in den Betrieb kommt. Dies spart Zeit, Kosten und sorgt dafür, dass die Teilnehmenden in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung üben können.
Regelmäßige Auffrischung: Warum einmal nicht genug ist
Wissen muss geübt werden
Erste Hilfe ist eine praktische Fähigkeit – und was nicht regelmäßig angewendet wird, gerät in Vergessenheit.
Daher schreibt die DGUV vor, dass Ersthelfer alle zwei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen müssen.
Neue Standards und Techniken
Die Medizin entwickelt sich ständig weiter. Wiederbelebungstechniken, stabile Seitenlage oder der Einsatz moderner AED-Geräte werden regelmäßig aktualisiert.
Nur durch wiederkehrende Schulungen bleibt das Wissen auf dem neuesten Stand.
Psychologische Aspekte: Angst abbauen, Handlungssicherheit gewinnen
Viele Menschen haben im Notfall Angst, etwas falsch zu machen.
Ein strukturierter Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe vermittelt Sicherheit, nimmt diese Hemmung und gibt das Vertrauen, im Ernstfall das Richtige zu tun.
Dies ist besonders wichtig in größeren Teams oder bei Mitarbeitenden, die selten mit Notfällen konfrontiert sind.
Finanzielle und organisatorische Vorteile
Kostenübernahme
In den allermeisten Fällen übernehmen Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen die Kosten für betriebliche Erste-Hilfe-Kurse.
Unternehmen sollten sich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft über die genauen Bedingungen informieren.
Geringere Ausfallzeiten und Imagegewinn
Ein sicheres Arbeitsumfeld führt zu weniger Unfällen, weniger Krankmeldungen und einem besseren Unternehmensimage.
Firmen, die in Mitarbeitersicherheit investieren, gelten als verantwortungsbewusst und attraktiv für Fachkräfte – ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.
Erste Hilfe als Teil der Unternehmenskultur
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe sollte nicht als lästige Pflicht, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmenskultur verstanden werden.
Wenn Sicherheitsbewusstsein im Alltag verankert ist – etwa durch Aushänge, Notfallübungen oder regelmäßige Erinnerungskampagnen – steigt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Unternehmen, die das Thema aktiv fördern, schaffen eine Vertrauenskultur, in der Mitarbeitende sich sicher und wertgeschätzt fühlen.

Praxisbeispiel: Wie ein mittelständisches Unternehmen Leben rettete
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie entscheidend Schulungen sein können:
In einem Maschinenbaubetrieb erlitt ein Mitarbeiter einen Herzstillstand. Dank zweier Kollegen, die kurz zuvor an einem Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe teilgenommen hatten, wurde sofort die Wiederbelebung begonnen – und das Leben des Mitarbeiters gerettet.
Diese Geschichte verdeutlicht, dass Erste Hilfe nicht nur theoretisches Wissen ist, sondern gelebte Verantwortung.
Schritte zur Implementierung eines betrieblichen Erste-Hilfe-Systems
-
Bestandsaufnahme: Wie viele Mitarbeitende, welche Risiken, wie viele Ersthelfer erforderlich?
-
Kursanbieter auswählen: Zertifiziert, branchenspezifisch, flexibel.
-
Schulung planen: Termine, Teilnehmerlisten, Räume.
-
Dokumentation: Teilnahmebescheinigungen, Schulungsnachweise archivieren.
-
Regelmäßige Auffrischung: Erinnerungsintervall alle zwei Jahre.
-
Evaluation: Feedback der Teilnehmenden und Nachbereitung von Notfällen analysieren.
Fazit: Investition in Sicherheit, Vertrauen und Zukunft
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Betriebe ist weit mehr als ein Pflichttermin – er ist ein Zeichen von Fürsorge und Professionalität.
Er stärkt die Sicherheit, verbessert die Zusammenarbeit und kann im Ernstfall Leben retten.
Unternehmen, die regelmäßig schulen, handeln verantwortungsbewusst, gesetzeskonform und zukunftsorientiert.
下一則: Side-by-Side Comparison: Which 2026 Medicare Supplement Plan Offers the Best Value?
限會員,要發表迴響,請先登入


